Anzeige
Anzeige
Sie sind hier: Home  Karlsruhe  Bereit für weitere Großtaten

Bereit für weitere Großtaten

Karlsruhe, 30.01.2019  
Supermittelgewichtler Vincent Feigenbutz (rechts) dominierte Przemyslaw Opalach nahezu nach Belieben und sicherte sich durch technischen K.o. in Runde fünf den GBU-WM-Titel. Foto: GES/Prang

Feigenbutz krönt sich zum GBU-Weltmeister im Supermittelgewicht / Auch Ali holt GBU-WM-Gürtel

Anzeige
Anzeige

Von KURIER-Redakteur Christof Bindschädel

Karlsruhe/Rheinstetten. Spektakuläre Fights hatte Rainer Gottwald, der Impresario der Sauerland-Boxnacht in der Forchheimer Ufgauhalle, angekündigt – und im Ring ließen die Protagonisten am vergangenen Samstagabend den Worten ihres Managers vor rund 2 200 Besuchern Taten folgen. Im Hauptkampf des fast sechsstündigen Events mit zehn Gefechten lieferte Vincent Feigenbutz gegen den Polen Przemyslaw Opalach eine Galavorstellung ab und krönte sich mit einem Sieg durch technischen K.o. zum neuen Weltmeister der Global Boxing Union (GBU) im Supermittelgewicht.

Alles im Griff hatte Ahmad Ali (links), der gegen Denis Krieger einen einstimmigen Punktsieg feierte und sich so den GBU-WM-Gürtel im Superweltergewicht holte. Foto: GES/Prang

Zuvor hatte sich Ahmad Ali, der wie Feigenbutz für die TS Fightsportmanagement GmbH aus Eggenstein kämpft, durch einen einstimmigen sowie eindeutigen Punktsieg über Denis Krieger den GBU-WM-Gürtel im Superweltergewicht geholt. Ebenfalls einstimmig nach Punkten und genauso ungefährdet triumphierte Sarah Bormann im dritten Titelfight des Abends über die Belgierin Sanae Jah und verteidigte ihre WM-Titel im Halbfliegengewicht der GBU sowie der Women´s International Boxing Federation (WIBF).

„Wenn man so einen Sieg einfährt, dann ist man natürlich zufrieden. Ich habe genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Es fühlt sich richtig gut an, jetzt diesen WM-Gürtel gewonnen zu haben“, sagte Feigenbutz, der sich den in seiner Heimat als Volksheld verehrten Opalach mit einer klugen Strategie vier Runden lang zurechtlegte. Nach 2.50 Minuten in Runde fünf beendete Ringrichter Jörg Milke das ungleiche Gefecht und erlöste Opalach, der schwer gezeichnet nach einer harten Trefferserie des „Iron Junior“ wehrlos durch den Ring torkelte.

„Opalach ist ein harter Hund, denn er hat wirklich viel eingesteckt“, lobte Feigenbutz seinen Gegner, der wiederum dem frisch gekrönten GBU-Champion eine große Zukunft voraussagte. „Vince wird ganz bestimmt der nächste Weltmeister in einem der großen Verbände“, erklärte Opalach. „Vincent hat eine überragende Leistung gezeigt und wirklich sehr gut geboxt. Was seine Offensivqualitäten angeht ist er jetzt schon Weltspitze“, meinte Wilfried Sauerland, Gründer und Seniorchef des traditionsreichen Boxstalls, und erklärte, dass er sich durchaus vorstellen könne, dass der 23-Jährige eventuell noch in diesem Jahr um den Titel eines der großen Verbände boxt – sofern ein solches Duell finanziell realisierbar sei. „Ich kämpfe gegen jeden Gegner“, versicherte indes Feigenbutz, der seinen 30. Profisieg feierte.

In souveräner Manier verteidigte Sarah Bormann (rechts) gegen Sanae Jah ihre beiden WM-Gürtel. Foto: Marco Baumann

Lob gab es für dessen tadellose Leistung auch von Regina Halmich. „Ich wollte, dass Vince ein richtiges Statement abgibt – das hat er gegeben. Ich wünsche mir jetzt einen Kampf Feigenbutz gegen Arthur Abraham, das wäre für die deutschen Box-Fans ein echter Leckerbissen“, betonte die frühere WIBF-Weltmeisterin: „Das wäre der beste Zeitpunkt, um Abraham in Rente zu schicken.“ Promotor Sauerland ließ jedoch bereits durchblicken, dass es aus finanziellen Gründen nicht einfach werden wird, ein Duell zwischen dem Karlsruher und dem mittlerweile 38 Jahre alten Ex-Weltmeister Abraham zu realisieren. Der Wunschgegner von Feigenbutz, der wie Ali von Zoltan Lunka trainiert wird und bereit für weitere Großtaten ist, ist übrigens Saúl „Canelo“ Álvarez; der Mexikaner hat seit Dezember die WM-Titel der IBO, WBA und WBC.

Doppelweltmeister darf sich aktuell noch Ali nennen, der erstmals im Superweltergewicht antrat. „Denis Krieger ist ein harter Brocken, der kann richtig viel einstecken. Ich war nach Punkten relativ schnell vorne und habe es dann clever zu Ende geboxt. Ich habe gesehen, dass ich in dieser Gewichtsklasse mithalten kann – darauf können wir aufbauen“, meinte der „Pretty Boy“, den alle drei Punktrichter (119:109, 120:108, 117:111) deutlich vorne sahen. Seinen GBU-WM-Titel im Mittelgewicht wird der Ludwigshafener, der im Superweltergewicht bleiben will, zeitnah niederlegen. Ebenfalls zwei WM-Gürtel hat weiterhin „Babyface“ Bormann, die durch den einstimmigen Erfolg (100:89, 99:90, 98:91) über Jah ihre makellose Bilanz auf nun zehn Profisiege ausbaute. „Es hat Spaß gemacht, hier im Badischen zu kämpfen“, betonte die 28-Jährige.

Zufrieden waren natürlich auch Thomas Schwarz, der Geschäftsführer von TS-Boxing, und Gottwald, der Sportdirektor des Eggensteiner Boxstalls, die mit Feigenbutz, Ali und Bormann nun drei Champions haben. „Darauf haben wir lange hingearbeitet, für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, erklärten die beiden Macher. Das nächste große Box-Event im Badischen haben Schwarz und Gottwald übrigens bereits fixiert: am 14. Dezember fliegen im Zelt des Karlsruher Weihnachtscircus‘ auf dem Messplatz die Fäuste – und spätestens dann sollen weitere WM-Titel in den Trophäenschrank der TS Fightsportmanagement GmbH wandern.
Mehr Artikel im ePaper Ausgabe Karlsruhe lesen

Anzeige