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Der „Iron Junior“ bringt sich in Stellung

Karlsruhe, 23.08.2019  
Eine abgeklärte Vorstellung zeigte Ahmad Ali (links) gegen Arman Torosyan und verteidigte seinen GBU-WM-Gürtel.

GBU-Weltmeister Feigenbutz holt sich den IBO-International-Titel / Manager Gottwald stellt „richtig großen Kampf“ in Aussicht

Von KURIER-Redakteur Christof Bindschädel

Karlsruhe. Vor seiner Schlagkraft haben die Konkurrenten allergrößten Respekt, nun hat Vincent Feigenbutz seinem Ruf als Karlsruher K.o.-König wieder alle Ehre gemacht. Bei der Sauerland-Boxnacht am vergangenen Samstag in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle verteidigte der Weltmeister der Global Boxing Union (GBU) seinen WM-Gürtel im Supermittelgewicht mit einem Sieg durch technischen K.o. in der achten Runde über den Spanier Cesar Nunez erfolgreich. „Dafür haben wir in den vergangenen Wochen hart gearbeitet. Vince hat sich genau an den Plan gehalten und diesen nahezu perfekt umgesetzt“, erklärte Trainer Zoltan Lunka, nachdem sein Schützling vor rund 1 500 Zuschauern gegen den bis dato ungeschlagenen Herausforderer eine bärenstarke Leistung gezeigt hatte. Zudem holte sich Feigenbutz so auch den vakanten International Titel der IBO.

„Ich habe versucht, mein Bestes zu geben – und ich denke, das ist mir auch ganz gut gelungen. Nunez ist ein harter Hund, der einiges einstecken kann. Aber das haben wir vorher gewusst und waren darauf eingestellt. Letztlich ist unsere Taktik aufgegangen“, betonte der „Iron Junior“, der sich mit seinem 31. Sieg im 33. Profikampf in Stellung gebracht hat und so seinem Ziel, um den WM-Titel eines der großen vier Verbände (WBC, WBA, IBF, WBO) zu boxen, wieder einen Schritt näher gekommen ist. „Das war eine kontrollierte Vorstellung von Vince, der den Kampf perfekt zu Ende gebracht hat. Er ist aktuell die Nummer drei im IBF-Ranking, die Plätze eins und zwei sind nicht besetzt. Ich denke, dass wir versuchen werden, in diese Richtung zu gehen“, sagte Promotor Nisse Sauerland dem KURIER. Als mögliche Gegner für einen der nächsten Fights seien der IBF-Titelträger Caleb Plant (USA), der amtierende WBA-Champion Callum Smith (England) oder der frühere WBA-Interimsweltmeister Chris Eubank junior (England) definitiv ein Thema, versicherte Sauerland.

Feigenbutz-Manager Rainer Gottwald bestätigte die Aussage des Promotors und stellte seinem Schützling zeitnah einen „richtig großen Kampf“ in Aussicht. „Wir wissen, dass wir eigentlich nur einen verdammt schweren Kampf kriegen werden, der eventuell auch noch im Ausland stattfindet. Aber wir stellen uns dieser Herausforderung“, erklärte Gottwald. „Wir müssen natürlich auch schauen, was finanziell machbar ist. Es ist aber in jedem Fall unser Bestreben, dass Vince in nicht mehr allzu ferner Zukunft einen großen WM-Kampf macht“, ergänzte Promotor Sauerland. Gegen Nunez, der zuvor keinen seiner 17 Profifights verloren hatte, zeigte Feigenbutz jedenfalls eine reife Leistung.

„Wir haben schon immer gewusst, dass Vince ein toller Kämpfer ist. Man hat nun aber gesehen, dass er sich boxerisch richtig gut entwickelt hat“, betonte Sauerland. Vier Runden legte sich Feigenbutz den Spanier, der gute Nehmerqualitäten zeigte, zurecht, ehe er zum Ende der fünften Runde mit einem Leberhaken den ersten Wirkungstreffer landete. In der Folge erhöhte Feigenbutz das Tempo und kam mit seinen Schlägen immer häufiger durch, sodass das vorzeitige Ende des nun immer einseitiger werdenden Gefechts nur eine Frage der Zeit war. Nach 1.58 Minute in Runde acht beendete Ringrichter Jörg Milke den Kampf, nachdem er Nunez zwei Mal angezählt und Feigenbutz den Spanier wieder gnadenlos mit Schlägen eingedeckt hatte.

Im zweiten Hauptkampf des Abends zeigte „Pretty Boy“ Ahmad Ali eine abgeklärte Vorstellung und verteidigte durch einen einstimmigen Punktsieg (117:109, 117:110, 115:113) über Arman Torosyan seinen GBU-WM-Titel im Superweltergewicht. „Arman ist ein super Kämpfer, der schon etliche starke Gegner geboxt hat. Es war eine Ehre für mich, gegen so einen Mann im Ring zu stehen“, erklärte Ali, der nun in Absprache mit Trainer Lunka und Manager Gottwald erwägt, noch ein Gewichtslimit tiefer und damit ins Weltergewicht zu gehen. Ebenfalls über die volle Distanz mussten mit Dimitar Tilev (Supermittelgewicht) und Benjamin Gavazi (Halbschwergewicht) zwei weitere Boxer der TS Fightsportmanagement GmbH, die in Ludwigshafen boxten, gehen: der starke Tilev setzte sich einstimmig nach Punkten (59:55, 59:55, 59:55) gegen den Tschechen Rene Molik durch, dessen Landsmann Ondrej Budera mit exakt demselben Ergebnis gegen Gavazi verlor.

Daneben gab die erst 17-jährige Sophie Alisch in der Ebert-Halle ihre Visitenkarte ab. Die Newcomerin aus Berlin, die in der Boxsportszene als Ausnahmetalent gilt, setzte sich gegen die Spanierin Vanesa Caballero einstimmig nach Punkten (60:54, 60:54, 60:54) durch und feierte so ihren vierten Sieg im vierten Profikampf.
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