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Erster Klinikdirektor geehrt

Karlsruhe, 25.10.2019  
In der Kinderklinik am Städtischen Klinikum erinnert eine Gedenktafel an den ersten Klinikdirektor Dr. Franz Lust. Foto: Kümmerle

Städtisches Klinikum und Karlsruher Rotary Clubs enthüllen Gedenktafel

Karlsruhe (pm). Die Kinderklinik am Städtischen Klinikum Karlsruhe Moltkestraße 90) trägt einen Namen, der auf ihren ersten Klinikdirektor zurückgeht: Dr. Franz Lust. 1920 angetreten, war Lust weithin für sein großes kinderheilkundliches Fachwissen bekannt. Ihm zu Ehren haben Vertreter des Klinikums und des Karlsruher Rotary Clubs nun eine Gedenktafel in der Kindernotaufnahme enthüllt.

„Sein menschlicher Umgang mit den jungen Patienten ist uns auch heute noch ein Vorbild“, betonte Professor Joachim Kühr, Klinikdirektor der Kinder- und Jugendmedizin. 1931 gehörte Lust daneben zu den Gründungsmitgliedern des Rotary Clubs Karlsruhe. „Auf Druck der Nationalsozialisten wurde er wegen seiner jüdischen Abstammung aber schon wenige Jahre später aus dem Club ausgeschlossen“, sagte Professor Christof Müller, Rotary-Club-Präsident und Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Orthopädische Chirurgie.

Dass Lust jüdischer Abstammung war, führte 1933 auch zu seiner Absetzung als Klinikdirektor. Im Anschluss praktizierte er noch bis zum Berufsverbot 1938 in seiner Privatpraxis. Nach einem kurzen Aufenthalt im Konzentrationslager Dachau besaß Lust aber keinen Lebenswillen mehr und tötete sich 1939 selbst. Mit der Gedenktafel, gestaltet von Maler und Bildhauer Joachim Czichon, wollen das Klinikum und der Rotary Club an das Werk und Schicksal des fachlich und menschlich herausragenden Pädiaters Lust erinnern.

Die Initiative für die Gedenktafel ging von Klinikdirektor Kühr aus, die Karlsruher Rotary Clubs haben das Vorhaben gern unterstützt. Weitere Infos gibt es auf http://www.klinikum-karlsruhe.de im Internet.
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