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Frauen haben eine Stimme

Bretten, 17.04.2019  
Helene Wessels (Zentrumspartei) zentrales Anliegen war die Festschreibung des Schutzes für Ehe und Familie im Grundgesetz. Foto: Beck

Ausstellung zum Thema „Mütter des Grundgesetzes“ im Brettener Rathaus

Bretten (red). Noch bis 24. April findet im Brettener Rathaus-Foyer eine Ausstellung zum Thema „Mütter des Grundgesetzes“ statt. In dieser wird erzählt, wie vor 70 Jahren vier Frauen, in einer politisch von Männern dominierenden Welt, die rechtliche Gleichstellung von Mann und Frau durchgesetzt haben. Ihre Namen waren Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel. Sie waren maßgeblich an der Erarbeitung der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie der neuen Bundesrepublik Deutschland, so wie wir sie heute kennen, mitbeteiligt.

Noch vor 100 Jahren war es nicht selbstverständlich, dass Frauen wählen gehen durften. Männliche Verfechter dieser Forderung behaupteten, dass Frauen emotionale Politik betreiben würden und lieber Hausfrauen und Mütter bleiben sollten. Verschiedene Frauenbewegungen beschäftigten sich um die Jahrhundertwende mit dem Frauenwahlrecht. Es war aber noch ein langer und schwerer Weg, bis der Rat der Volksbeauftragten, am 12. November 1918 das Frauenwahlrecht einführte. Alle Frauen die das 20. Lebensjahr erreicht hatten, konnten an der Nationalversammlung am 19. Januar 1919 teilnehmen – passiv wie aktiv. Der Anteil der weiblichen Abgeordneten betrug 9,6 Prozent.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Parlamentarische Rat aus den elf Länderparlamenten der Westzone gewählt. Seine Aufgabe war es, ein Grundgesetz für die neue Bundesrepublik Deutschland zu erarbeiten. Von den 65 stimmberechtigen Abgeordneten waren nur vier weiblich. Ihre Namen waren Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel. Sie nennt man heute auch „Mütter des Grundgesetzes“, denn sie waren maßgeblich an der Erarbeitung unserer Demokratie, so wie wir sie heute kennen, beteiligt.

Es war ein kräftezehrender Kampf, für die vier Frauen, die Umsetzung des Artikel 3 Abs. 2 „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ in das Grundgesetz zu bringen. Auf großen Schautafeln wird detailliert und gut verständlich die Leistung der Akteurinnen gewürdigt.
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