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Infektionsbau vor dem Abriss

Bruchsal, 13.06.2019  
Einblick in den gegenwärtigen Zustand eines Raumes im D-Bau.

Nächster Schritt in der Modernisierung der Stirum-Klinik

Von KURIER-Redakteurin Sonja Zeh

Bruchsal. Die Vorbereitungen für den Abriss des D-Baus des Bruchsaler Krankenhauses laufen auf Hochtouren. Ende September/Anfang Oktober 2019 soll mit dem Abbruch begonnen werden, heißt es von der Unternehmenskommunikation der Fürst-Stirum-Klinik. Mit einem Neubau setzt sich die Entwicklung der Klinik für eine Modernisierung und eine Verbesserung in der Patientenversorgung fort. Es sollen neue, attraktive Räumlichkeiten für die gesundheitliche Grund- und Regelversorgung der Bewohner der Region geschaffen werden, hieß es in der Ausschreibung zum Projekt.

Der D-Bau wurde Anfang der Fünfziger Jahre erstellt und als Infektionsbau bekannt. Wie Kreisarchivar Bernd Breitkopf im Buch über die Geschichte der Klinik schrieb, sollte dieses Gebäude „in seinem ersten und zweiten Obergeschoss in erster Linie die Infektionskranken des Kreises Bruchsal aufnehmen, die bisher in Krankenanstalten nach Karlsruhe oder Heidelberg verlegt werden mussten.“ Schon bereits vor dem Zweiten Weltkrieg existierten Pläne, diesen Bau zu realisieren. Jedoch scheiterte die Umsetzung am Geld. Zu jener Zeit finanzierte sich das Krankenhaus durch eine Stiftung, und die Währungsreform 1948 hatte, laut Breitkopf, das Barvermögen zunichte gemacht. Letztlich kostete die Umsetzung des Baus rund 840 000 Mark (mit Zuschüssen, Stiftungsgeld und Darlehen), weit mehr als gedacht.

Der Bruchsaler Architekt Dipl. Ing. Eduard Holoch (1913-2007 führte das Bauvorhaben durch. Der Rohbau war im Frühjahr 1952 erstellt worden. In Teilen war der Neubau dann 18 Monate später betriebsbereit.

Der neue D-Bau wird unter der Federführung der PL Architekten GmbH aus Aachen entstehen, die schon den neuen G-Bau realisiert hatte, der im April 2018 eröffnet wurde. Verwirklicht werden soll ein Neubaukörper mit neun OP-Sälen, Funktionsdiagnostik, Arztdiensten und Tageskliniken. Auf einer Fläche von ca. 15 000 Quadratmetern entstehen auf fünf Vollgeschossen unter anderem Allgemeinpflege-Stationen mit insgesamt 105 Betten sowie eine Intensivpflege-Station und intermediäre Care-Station mit 38 Betten, so ist auf der Homepage der Architektenfirma zu lesen. Die Kosten werden sich um die 50 Millionen Euro bewegen.

Nach dem D-Neubau rückt der E-Bau in den Fokus, der auch nicht mehr sanierungsfähig ist, abgerissen wird und zwischen 2022 und 2024 neu erstellt werden soll.
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