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„Iron Junior“ auf dem Weg nach Übersee

Karlsruhe, 20.09.2019  
In den USA soll GBU-Weltmeister Vincent Feigenbutz (links) wohl in den nächsten Monaten um den IBF-WM-Titel boxen. Foto: GES

GBU-Weltmeister Feigenbutz soll in den USA gegen IBF-Champion Plant um dessen WM-Gürtel boxen

Von KURIER-Redakteur Christof Bindschädel

Karlsruhe. Auf seinem angestrebten Weg an die Spitze hat Vincent Feigenbutz vor rund fünf Wochen einen weiteren Schritt gemacht. Bei der Sauerland-Boxnacht in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle zeigte der „Iron Junior“ gegen den bis dato ungeschlagenen Spanier Cesar Nunez eine beeindruckende Leistung und feierte durch einen technischen K.o. in Runde acht seinen 31. Sieg im 33. Profikampf. Damit verteidigte der Karlsruher K.o.-König nicht nur seinen WM-Gürtel im Supermittelgewicht der Global Boxing Union (GBU) erfolgreich, sondern sicherte sich auch den vakanten International Titel der International Boxing Organisation (IBO).

Wie groß der Schritt, den Feigenbutz durch diesen Erfolg über Nunez gemacht hat, aber wirklich ist, hat sich erst vor rund zwei Wochen klarer herauskristallisiert. Der „Iron Junior“ jedenfalls ist nun wohl nur noch ein Schritt von seinem erklärten Ziel, sich einen Weltmeistergürtel eines der vier großen Verbände (WBC, WBA, IBF, WBO) zu holen, entfernt – und demnächst auf dem Weg nach Übersee. Feigenbutz ist mittlerweile zum Pflichtherausforderer von IBF-Champion Caleb Plant aufgestiegen und soll daher bis spätestens Ende Januar 2020 gegen den US-Amerikaner in den Ring steigen.

Plant selbst hat via Instagram den Kampf gegen Feigenbutz bereits bestätigt. „Wir wissen, dass in den USA die Planungen für einen großen Fight laufen. Mehr können wir derzeit noch nicht sagen“, sagt Feigenbutz-Manager Rainer Gottwald und betont: „Erst wenn alle Verträge unterschrieben sind, werden wir uns offiziell äußern.“ Das Plant-Management hat mittlerweile grünes Licht für das Duell mit Feigenbutz gegeben und ist auf der Suche nach einer passenden Location: unter anderem wird geprüft, ob die geplante große Boxgala im MGM Grand Hotel in Las Vegas oder im legendären Madison Square Garden in New York realisierbar ist. Zuvor müssen aber noch diverse Dinge wie Rückkampfklauseln und die Kampfbörse verhandelt werden.

Dass Feigenbutz nun doch recht schnell zum Pflichtherausforderer von IBF-Weltmeister Plant aufgerückt ist, hat einen simplen Grund. Eigentlich sollten die US-Amerikaner Peter Quillin und Caleb Truax einen Ausscheidungskampf, also einen sogenannten „Eliminator“, bestreiten. Der Gewinner dieses Fights hätte dann gegen Feigenbutz um das Recht, Plant herauszufordern, boxen sollen. Da der Quillin-Truax-Kampf aufgrund diverser Verletzungen der beiden Kontrahenten aber mehrfach abgesagt wurde und es seitens der IBF gewisse Fristen hinsichtlich einer Pflichtverteidigung von Plant gibt, hat die IBF nun den 24 Jahre alten Karlsruher zum Herausforderer Nummer eins gemacht – und der wird somit wohl in den kommenden Monaten nach dem WM-Gürtel von Plant greifen.
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