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Müller fordert Wellenreuther

Karlsruhe, 11.10.2019  
Ingo Wellenreuther steht seit neun Jahren als Präsident an der Spitze des KSC.

KSC-Mitgliederversammlung am 12. Oktober in Schwarzwaldhalle verlegt

Karlsruhe. An diesem Samstag findet ab 11.30 Uhr in der Karlsruher Schwarzwaldhalle die Mitgliederversammlung des Karlsruher SC statt. Wegen der zu erwartenden hohen Mitgliederzahl zieht man von der Messe in Rheinstetten in die Schwarzwaldhalle um. Dort fordert Martin Müller (bisher im Verwaltungsrat) Amtsinhaber Ingo Wellenreuther (seit neun Jahren) als Präsident heraus. Mittlerweile hat der KSC-Wahlausschuss die Wahlfähigkeit von Müller und von Ulrich Metz, der für den Verwaltungsrat kandidiert, bestätigt, obwohl beide der Führungsriege der CG Gruppe (Müller als Prokurist, Metz als Aufsichtsrat) angehören.

Und die CG Gruppe ist nicht nur beim KSC, sondern auch bei RB Leipzig als Topsponsor (für rund 1,5 Millionen Euro) auf dem Trikotärmel vertreten, sowie bei Hertha BSC Berlin als Sponsor dabei. Die Satzung der DFL, aber auch Paragraf 11, Absatz 4 der KSC-Satzung, verbietet eigentlich Führungskräften der Firma eines Sponsors, der bei mehreren Vereinen tätig ist, Funktionen im Führungsgremium eines Vereins wahrzunehmen. Der KSC-Wahlausschuss hat aber nach Rücksprache mit der DFL dennoch die Wahlzulassung erteilt, da man dieses Sponsoring offenbar als nicht so erheblich einstuft, dass eine Wahlfähigkeit nicht gegeben sei.

Auch Edgar Schmitt, der ebenfalls bei der CG Gruppe einen Honorarvertrag als Berater hat, darf als Vizepräsident kandidieren, muss aber seine Tätigkeit als Angestellter des KSC kündigen, da er als solcher kein Amt bekleiden darf. Schmitt, der noch am Samstag davon sprach, dass er sowohl mit Müller als auch mit Wellenreuther als Präsident zusammenarbeiten könne, bezog bei einer Versammlung der Supporters am vergangenen Montag eindeutig Position für Müller. Schmitt reagierte dabei sehr emotional auf die Frage, ob er sich erst zur Kandidatur als Vizepräsident entschlossen habe, nachdem er auf der Honorarliste von Müllers Firma GEM, die zur CG Gruppe gehört, stand.

Kommt der Wahl des Präsidenten zwar die größte Bedeutung zu, sind auch die Wahlen der beiden Vizepräsidenten und des siebenköpfigen Verwaltungsrats nicht ohne Brisanz. Weitere Kandidaten neben Schmitt als Vizepräsident sind die bisherigen Amtsinhaber Günter Pilarsky und Holger Siegmund-Schultze sowie Kai Gruber von der Dart-Abteilung des KSC.

Aus dem ebenfalls neu zu wählenden siebenköpfigen Verwaltungsrat scheiden mit Müller, der nun als Präsident kandidiert, und Bernd Bechtold, der nicht mehr antritt, zwei Mitglieder aus. Neben den von Müller favorisierten Christian Fischer, Boris Liffers und Ulrich Metz sowie FDP-Stadtrat Thomas Hock und KSC-Kult-Kuttenfan Ralf „Ronny“ Ronecker stehen die erneut kandidierenden Michael Steidl, Horst Marschall, Dieter Hegele, Hubert H. Raase und Gerhard Rastetter zur Wahl. Harald Linder
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