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Am Eichelberg, Eichelbergweg oder in der Schindgasse?

Bruchsal, 21.02.2019  
Das Schild links weist den Weg zur Kaserne „am Eichelberg“, doch passiert der ortsunkundige Autofahrer zunächst den Eichelbergweg, wo er die Kaserne vermutet. Rechts ein Wegweiser an der B3 eingangs der Schindgasse hoch zur Kaserne. Fotos: pr

Regelmäßige Irrfahrten wegen unklarer Adresse der Kaserne auf dem Eichelberg

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Bruchsal „Am Eichelberg“ oder nur „Eichelberg“? Eichelbergstraße, Eichelbergweg oder doch Schindgasse? Es scheint eine geheime Kommandosache sein, wenn man die Verantwortlichen der Bundeswehr nach der exakten Adresse der „General-Dr.Speidel-Kaserne“ auf dem Bruchsaler Eichelberg fragt und sie mit den dabei auftauchenden Schwierigkeiten konfrontiert. Aber Anwohner des Eichelbergwegs, des Geierbergs und des Näherwegs können ein Lied davon singen, dass Soldaten, Lastwagenfahrer oder andere Fahrzeuglenker mit nicht hiesigem Zulassungsschild, den Weg zur Bundeswehrkaserne auf dem Eichelberg regelmäßig nicht finden und sich in dem besagten Wohngebiet verfranzen. Weil Ihr Navi sie dorthin zum Eichelbergweg gelotst hat. Und weiter oben landen sie in einer nie ausgebauten Sackgasse ohne Wendemöglichkeiten für Großfahrzeuge.    Dieses Problem besteht schon seit Jahren. Nur zu gut weiß dies Hubert Ihle, der frühere Ordnungsamtsleiter der Stadt Bruchsal. Er wohnt in dem Wohngebiet und hat schon mehrmals wegen der Lkw-Fehlfahrten dorthin die Kaserne kontaktiert.    Fakt ist, auf dem Eichelberg vor der Kaserne gibt es kein Straßennamenschild, so auch nicht von einem intelligenten Navi zu finden. Fakt ist auch, dass die Kaserne, so Hubert Ihle, von der Bundeswehr unter einer falschen, nicht existierenden Anschrift geführt wird: eben „Am Eichelberg“ und nicht „Eichelberg“, die es in keinem Navi-Programm gibt. Und noch dazu komme, dass bei Verwendung der korrekten Bezeichnung „Eichelberg“ einige Programme während der Fahrt auf „Eichelbergweg“ umschalten. Dann kommt manchmal auch noch die Eichelbergstraße ins Spiel, die es gar nicht gibt. Die Verwirrung bleibt weiterhin bestehen. Ein Soldatenstreich? Ein Streich der Stadt Bruchsal, die auch einen interaktiven Stadtplan führt, wo eine Wegeverbindung vom Geiersberg zur B3 eingezeichnet ist? Nur – die gibt es real gar nicht. „Was glauben Sie, wen wir hier im Geiersberg schon auf dem Weg nach Untergrombach angetroffen haben, Personen zu Fuß und mit dem Fahrrad“, sagt Ihle. DER KURIER schickte eine Anfrage an das städtische Ordnungsamt, woraufhin sich einige Tage später die Pressesprecherin der Stadt meldete. Ina Rau erklärte, dass bei der Stadt das geschilderte Problem mit den Fehlfahrten im Rahmen der regen Bautätigkeit in der Kaserne lange bekannt sei. Man habe auch schon mehrmals Google Maps angeschrieben mit der Bitte, „Eichelbergstraße“, die es gar nicht gibt in Bruchsal, rauszunehmen. Es seien auch verschiedene Navigaitonsfirmen kontaktiert und gebeten worden, die Adresse der Kaserne richtig einzutragen. „Aber das ist bisher total ignoriert worden“, so Ina Rau. Was meint denn die Bundeswehr zu ihrer Adresse? DER KURIER fragte direkt bei der Kaserne auf dem Eichelberg an sowie beim Bundeswehr-Dienstleistungszentrum in der Karlsruher Straße (früher Standortverwaltung), dass verwaltungstechnisch für die Kaserne zuständig ist. Bislang keine Reaktionen. Auf der Homepage der Kaserne wird auf jeden Fall die Adresse „Am Eichelberg“ geführt.   Wie wäre es denn mit dem Namen „Schindgasse“ als korrekte Adresse der Bundeswehrkaserne, um künftigen Verwirrungen zu entgehen? Schließlich heißt so der Serpentinenweg, der sich von der B3 zur Kaserne auf den Eichelberg schlängelt. Also ist die Schindgasse auch die korrekte Zufahrt zur Kaserne auf dem Eichelberg. Außerdem ist die Schindgasse zuminndest den Einheimischen ein Begriff. Die Bezeichnung stammt von früher, weil dies der kürzeste Weg nach Obergrombach war – und über den 253 Meter bewaldeten Eichelberg eben eine Schinderei. Doch wäre es wohl zu vermessen, die Adresse der Kaserne mit „Schindgasse“ anzugeben, oder? Sonja Zeh
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