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Sanierung dringend notwendig

Hardt, 31.10.2019  

Baulicher Eingriff im Retentionsraum „Oberfüllbruch“ westlich der A 5

Karlsruhe (pm). Das Regierungspräsidium Karlsruhe, Landesbetrieb Gewässer, plant die Sanierung des Retentionsraums Oberfüllbruch. Der Retentionsraum liegt westlich der Autobahn A 5 im Norden der Stadt Karlsruhe nahe Büchig und Blankenloch. Er dient dem Rückhalt von Hochwasser aus dem Pfinzentlastungskanal und kann dabei auf bis rund einen Meter über Geländehöhe eingestaut werden. In dieser Funktion besteht der Retentionsraum bereits seit den 1930er-Jahren. Laut einer vertieften Sicherheitsüberprüfung aus dem Jahr 2015 ist er sanierungsbedürftig und wird deshalb überplant.

Zum Vorhaben wurde ein Projektbegleitkreis eingerichtet, um bereits in frühen Planungsphasen verschiedene Varianten und den damit zusammenhängenden Untersuchungsbedarf zu erörtern. Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die die technischen Anforderungen an das Hochwasserschutzbauwerk in einem naturverträglichen Rahmen erfüllt. Beteiligt sind neben dem Regierungspräsidium Karlsruhe, Vertreter aller relevanten Fachbehörden der Stadt Karlsruhe, der Stadt Stutensee, des Landratsamtes, der Naturschutzverbände, der Vertreter der Jagd und Fischerei, des Landesbetriebes Forst Baden-Württemberg sowie Ingenieurbüros für die technische Planung und Umweltplanung des Vorhabens.

Die Planung wurde am Donnerstag, 24. Oktober, im Ausschuss für Umwelt und Gesundheit mit Naturschutzbeirat der Stadt Karlsruhe vorgestellt. Sie umfasst die Ertüchtigung der Dämme und Maßnahmen an den Ein- und Auslassbauwerken. Der Auslass in die Pfinz-Überleitung wird östlich versetzt neu hergestellt. Zukünftig soll ein zusätzlicher Auslass über ein zweites Bauwerk in den Pfinz-Entlastungskanal erfolgen, um eine raschere Entleerung des Retentionsraumes zu erreichen. Anstelle der 800 Meter langen Überlaufschwelle am Pfinz-Entlastungskanal wird ein neues steuerbares Einlassbauwerk zum Befüllen des Retentionsraums vorgesehen. Über tiefergelegte Wege soll das einströmende Wasser besser verteilt werden und somit einen optimalen Einstau ermöglichen.

Durch die Sanierungsmaßnahmen werden Eingriffe in den bestehenden Wald erforderlich. Kartierte Habitatbäume mit Vorkommen wie beispielsweise von Fledermäusen oder geschützten totholzbewohnenden Käferarten werden dabei berücksichtigt. Unvermeidbare Eingriffe werden im Zuge der Maßnahme kompensiert. Der Galeriewald entlang der Pfinz kann erhalten werden. Das Vorhaben befindet sich derzeit in der Entwurfsplanung. Im nächsten Schritt wird die Genehmigungsplanung ausgearbeitet.

Anfang 2020 trifft sich der Projektbegleitkreis zu seiner abschließenden Sitzung. Danach wird die Planung bei der Unteren Wasserbehörde der Stadt Karlsruhe zur Planfeststellung eingereicht. Mit einem Baubeginn ist frühestens in 2022 zu rechnen.
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