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Vergangenheit und Zukunft

Bruchsal, 26.09.2019  

Ideenwettbewerb Altes Feuerwehrhaus/Synagoge geht in nächste Runde

Von KURIER-Redakteurin Sonja Zeh

Bruchsal. Voraussichtlich am 24. Oktober werden alle 18 Entwürfe, welche der Bruchsaler Stadtverwaltung anlässlich des Ideenwettbewerbs „Bebauung Areal Altes Feuerwehrhaus“ zugingen, öffentlich gezeigt. Das Augenmerk legt die Stadtverwaltung dabei besonders auf fünf Entwürfe. Drei davon wurden mit einem Preisgeld ausgezeichnet, zwei erhielten Anerkennungen.

Noch wie noch nie zuvor bei Bauprojekten in Bruchsal kommt es hierbei auf die Frage an, Vergangenheit und Zukunft zusammenzubekommen. Das sei allen am Prozess Beteiligten klar, machte Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick vergangene Woche beim Pressegespräch zur Entscheidung der Jury deutlich. Zur 18-köpfigen Jury zählte auch Rami Suliman, der Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden in Karlsruhe. Er freue sich, dass man mit dem Projekt der Geschichte der Bruchsaler Juden einen Platz zuweisen wolle und diese nicht vergisst. Alle eingereichten Entwürfe, das war Bedingung, sollten das Gedenken an die ehemalige Synagoge in irgendeiner Form aufgreifen. Zur aktuellen Diskussion wie man mit den Grundmauerresten umgehe, sagte er dass diese keine religiöse Bedeutung hätten, aber eine moralische sei sehr wichtig für die jüdische Gemeinschaft. Er hoffe, dass der Gemeinderat am Ende die richtige Entscheidung treffe. Den an diesem liegt es letztlich, was dort an dem Filetstück der Innenstadt dann verwirklicht wird. Bekanntlich haben Investoren Interesse einer Wohnbebauung in Verbindung mit Gewerbe.

Stadtplaner Hartmut Ayrle, wie er sagte, lege aus städtebaulicher Sicht Wert darauf, die Achse Schloss Friedrichstraße, altes Feuerwehrhaus ins rechte Licht zu rücken, um womöglich neben dem Schloss dort auf dem alten Synagogenareal einen weiteren Anziehungspunkt zu schaffen.

Der Jury, welche anderthalb Tage die Ideen bewertete, stand Gerd Gassmann vor. Der Architekt sprach von einstimmigen Entscheidungen, welche die Jury fällte. Fünf Arbeiten seien ausgewählt worden, drei davon seien gleichwertig, wobei man diese aber nicht vergleichen könne. Auffällig bei den Plänen waren drei Beobachtungen: Da sei einerseits die Fraktion der Museumsbauer, dann welche die das Filetstück bebauungsmäßig größtmöglich ausnutzen wollen. Und drittens die Befürworter einer Grünanlage.

Die drei Preisträger sind:

• Felix Mayer (RWTH Architektur) und Alexander Brühl (Köln/Karlsruhe): Der Entwurf rückt die Fahrzeughalle mit Eingangsportal in den Fokus.

• Valentin Giorgis Martin (Stuttgart: Der Entwurf zeigt ein Würfelhaus, eine dichte Bebauung um einen Hof. Die alte Synagoge ist im Foyer integriert.

• Peter Thoma, Felix Thoma (Karlruhe/Stuttgart): Der Hof ist nicht bebaut, sondern mit einer Pergolastruktur gestaltet. In der Mitte, wo die Synagoge stand, ist das Raster ausgespart.

Zwei Anerkennungen erhielten:

Landkreis Karlsruhe (eingereicht vom Landrat): Erweiterung der HLA, Sporthallen, keine Hofbebauung

Adrian Ardianowytsch, Isabelle Weis, Maxim Winkler (Karlsruhe): das Feuerwehrhaus bleibt stehen; ein Hof ein Turm als weitsichtbares Zeichen des Gedenkens.

Die Stadtverwaltung bereitet nun die Ausstellung vor. Es soll deutlich werden, warum fünf Ideen als die besten ausgewählt wurden. Dazu haben die Architekten nochmals Gelegenheit, ihre Entwürfe mit Erklärungen zu ergänzen.
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