Sie sind hier: Home  Hardt  „Villa Räuchle“ in neuem Gewand

„Villa Räuchle“ in neuem Gewand

Hardt, 05.07.2019  
Die „Villa Räuchle“ in Pfinztal wird aufwändig renoviert und erstrahlt bald in neuem Glanz. Foto: Klaus Kugele

Denkmalstiftung Baden-Württemberg fördert Instandsetzung in Pfinztal

Pfinztal (pm). Die herrschaftliche „Villa Räuchle“ in Pfinztal-Söllingen hat eine ganz besondere Ausstattung. 1923 von den Ziegeleifabrikanten Gebrüder Räuchle auf dem werkseigenen Grund erbaut und mit Kontorräumen im Erdgeschoss und zum Wohnen im Obergeschoss genutzt, stand sie jetzt 30 Jahre lang leer. Deshalb wundert der desolate Zustand von Teilen der Originalausstattung nicht. Dass der Eigentümer das Gebäude nun von Grund auf behutsam und denkmalgerecht renoviert, das würdigt die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit einem ansehnlichen Förderbetrag.

„Diese ganz besonders an der Denkmalpflege orientierte Sanierung mit vorbildlicher Sorgfalt auch im Detail sowie die enge Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt ist für unsere Stiftung ein wichtiger Grund, das Renovierungsprojekt zu unterstützen – zumal der Erhalt der ’Villa Räuchle’ allein schon aus heimatgeschichtlicher Sicht für unsere Stiftung ein wichtiges Förderkriterium darstellt“, sagte Prof. Dr. Rainer Prewo, Vorstandsvorsitzender der Denkmalstiftung Baden-Württemberg.

Die Gebrüder Räuchle nahmen mit ihrer Ziegelei damals eine wichtige Stellung im kleinen Söllingen ein – ihnen ist auch ein Straßenname gewidmet. Auch wenn das großzügige Gebäude mit dem Walmdach und zwei Erkern mit seiner reduzierten Fassadengestaltung außen eher unprätentiös wirkt, offenbart es im Innern seine wahren Werte: die außergewöhnlich reiche Ausstattung ist unverändert erhalten geblieben – neben der originalen hölzernen Treppe zählen auch bauzeitliche Türen und Fenster mit Originalbeschlägen, teils ornamental gestaltete Heizkörperverkleidungen, Bodenbeläge und Fliesen, Stuck, bauzeitliche Tapeten, Tresor- und Kontoreinbauten dazu. Überaus selten sind die Linkrusta-Wandbeläge, die ab 1877 auch gerne in königlichen Residenzbauten eingebaut wurden und nur mit hohem finanziellem Aufwand instand zu setzen sind.

Der neue Eigentümer will das Haus am „Tag des Offenen Denkmals“ und für gelegentliche Führungen zugänglich machen – so hat auch die interessierte Öffentlichkeit die Gelegenheit, die Besonderheiten der ehemaligen Fabrikantenvilla kennenzulernen.
Mehr Artikel im ePaper Ausgabe Hardt lesen