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Zahlreiche Mängel bei Tierhaltern

Hardt, 08.03.2019  
Verschmutzter Käfig und keine Wasserversorgung – eine solche Haltung wird von den Amtstierärzten beanstandet. Foto: pr

Immer weniger Fachkunde aber auch Einsicht

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Karlsruhe (pm). Den Jahresbericht zum Tierschutz für das Jahr 2018 legt jetzt das Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung vor. 700 Kontrollen führte die Veterinärbehörde durch und überprüfte dabei 400 Tierhaltungen. Neben Kontrollen von Amts wegen ging man zu einem Großteil Anzeigen aus der Bevölkerung nach. Auch wenn diese erkennbar auf Miet- oder Nachbarschaftsstreitigkeiten basieren, ist die Behörde verpflichtet jeder einzelnen Meldung nachzugehen. In den meisten Fällen ging es um Hunde, Katzen oder Pferde, aber auch etliche landwirtschaftliche Nutztiere und exotische Tiere wurden nach Meinung der Anzeigeerstatter nicht tiergerecht gehalten.

Zugenommen haben Missstände im Bereich von Hobbytierhaltungen. Haustiere sind für viele Besitzer nicht selten der einzige Sozialpartner. Doch auch „Tierfreunde“ verfügen zunehmend nicht über genügend Fachwissen, um ihre Tiere artgerecht zu halten. Die vorgefundenen Missstände sind unterschiedlichen Ausmaßes: In vielen Fällen wurden durch Gespräche und die Setzung einer angemessenen Frist zur Mängelbehebung eine akzeptable Verbesserung erreicht. In schwerwiegenderen Fällen wurden gegen Tierhalter Ordnungsverfügungen oder Bußgeldverfahren eingeleitet.

So zum Beispiel in einem Fall, wo wiederholt gegen eine untersagte Haltung von Hühnern in Stall, Wohnung und Keller verstoßen wurde. Die Amtstierärzte verschafften sich trotz massiver Beschimpfungen und Bedrohungen durch den Tierhalter mittels einer Betretungsverfügung und in Begleitung der Polizei Zugang und veranlassten die Wegnahme der Tiere sowie eine anderweitige Unterbringung. Im Fall eines Kleintierzüchters, der Ziegen, Enten, Ziervögel, Hühner und Tauben ohne Licht, Wasser und Futter sich selbst überlassen hatte, wurde Strafanzeige erstattet und ein Halte- und Betreuungsverbot über sämtliche Tierarten ausgesprochen. Der Halter ist mittlerweile rechtskräftig verurteilt.

In neun Fällen wurden Tierhaltungen aufgelöst. „Diese behördliche Handhabe ist aber nicht immer so einfach durchführbar wie sich das manche Anzeigeerstatter vorstellen oder wünschen“, sagt der Leiter des Amtes für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung, Dr. Joachim Thierer.

Gerade im Bereich tief greifender Anordnungen bedarf es einer sehr genauen Prüfung und Abwägung sowie in der Regel auch eines Vorlaufs, um dem Tierhalter Möglichkeiten zur Verbesserung der Haltungsbedingungen zu geben. Schließlich gehe es um einen Eingriff in persönliche Grundrechte, die sich auf die gesamte Existenz auswirken kann. Er appelliert deshalb an Tierhalter, sich über artgerechte Haltung zu informieren und für entsprechende Bedingungen zu sorgen.
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